2025


14.Dezember

Stadtarchiv Düsseldorf stellt historische Personenstandsregister online

Wegen der starken Nachfrage wurden alle bisher an das Stadtarchiv
Düsseldorf abgegebenen standesamtlichen Urkunden gescannt (1.573.942 Dokumente). Die Scans konnten bisher ausschließlich im Stadtarchiv an PCs eingesehen werden. Insbesondere Familienforschende, Erbenermittler,
Gerichte und Behörden nutzen diese Bestände und fragen häufig nach.
Die Online-Stellung und somit völlig freie Nutzung im Web verlangt eine noch
größere Sorgfalt, weshalb die Fristen zur Freigabe hier etwas vorsichtiger
gehandhabt wurden. Stand heute werden die Geburtsurkunden bis
zum Jahr 1876, Heiratsurkunden bis 1899 und Sterbeurkunden bis 1938
freigeschaltet. In diesen Urkunden sind keinerlei Informationen vorhanden,
die noch lebende Personen oder deren direkte Nachkommen irgendwie
betreffen würden. Insbesondere Familienforschende können nun auch vom
heimischen PC aus in 629.364 Düsseldorfer Urkunden ab dem Jahr 1798
recherchieren. Sie sind über das Portal "archiveNRW" auf den Seiten des
Stadtarchivs abrufbar:
Faktenübersicht:
Im Stadtarchiv sind insgesamt 1.573.942 Originale des Personenstandsregisters hinterlegt:
Geburtsurkunden: 448.601
Heiratsurkunden: 261.055
Sterbeurkunden: 864.286
Hiervon sind nun 629.364 Düsseldorfer Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden ab dem Jahr 1798 online einsehbar:

28.November

Landeskunde am Abend - Die Rheinischen Familiennamen

Passend zum laufenden Projekt „Rheinischer Familiennamenatlas“ präsentiert das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte (ILR) zusammen mit dem Institut für geschichtliche Landeskunde (IGL) in Mainz „Die rheinischen Familiennamen“. Dr. Simone Busley, Dr. Daniel Kroiß (beide IGL) und Verena Krautwald (LVR) erläutern typische Familiennamen dieser Region und gehen auf häufige Benennungsmotive und Varianten ein. Auch die Forschungsmethoden und vergangene sowie aktuelle und zukünftige Atlasprojekte werden vorgestellt.

Die Veranstaltung ist kostenlos und findet hybrid statt. Sitzplätze hier vor Ort stehen wie immer in begrenzter Anzahl zur Verfügung. Die Zugangsdaten zur Online-Teilnahme finden Sie hier:

https://lvr-de.zoom.us/j/62766531235?pwd=ZrigTy1qtGdrfhlfsjzO3hHwjCvREn.1.

Wenn Sie in Präsenz dabei sein möchten, bitten wir um eine kurze Rückmeldung (Veranstaltungen.ILR@lvr.de).


26.November

Archiv im Rhein-Kreis Neuss
Zeitungsbestände im Archiv
Historische Zeitungen können für die wissenschaftliche und private Forschung von sehr hohem Wert sein. Sie erhalten neben öffentlichen Ankündigungen, z. B. von der Neueröffnung eines Gebäudes, auch Todesanzeigen, durch die Familienforschung weitergeführt werden kann. Sie können aber auch Informationen über Firmen und deren Anschriften geben und über weltweite Ereignisse, die in die Schlagzeilen gekommen sind: Ein Beispiel sei hier die erste bemannte Mondlandung im Jahr 1969.
In unserem Archiv verwahren wir verschiedene Jahrgänge (mit Lücken) der historischen Zeitungen der Neuss-Grevenbroicher Zeitung, der Westdeutschen Zeitung/Düsseldorfer Nachrichten, des Rheinischen Anzeigers, des Grevenbroicher Kreisblatts und der Volksparole/Rheinischen Landeszeitung. Seit 1983 führen wir eine Zeitungsausschnittsammlung aus den maßgeblich regionalen Zeitungen.
Das lokale Angebot des Archivs kann hervorragend durch das digitale Angebot des Zeitungsportals „zeitpunkt.nrw“ ergänzt werden. Dieses Zeitungsportal stellt historische Zeitungen allgemeinen Inhalts aus dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens online und kostenfrei zur Benutzung bereit. Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und vielen weiteren Partnern.
 

9.November

Alter Friedhof Düsseltal

Der Friedhof findet sich im Düsseldorfer Stadtteil Düsseltal (Zooviertel) an der Klopstockstraße. Dort lag die Abtei der Trappisten, und in dieser Abtei wurde auch ein Friedhof für die Mönche angelegt. 1805 wurde die Abtei durch die Säkularisation aufgelöst, und der Friedhof verfiel. Graf Adalbert von der Recke-Volmerstein erwarb das Anwesen und gründete hier die evangelische Rettungsanstalt Düsselthal. Verwaiste und verwahrloste Kinder bekamen hier ein Heim. Der alte Abteifriedhof wurde zum Begräbnisplatz für verstorbene Lehrer und Schüler. 1943 durch Bomben zerstört, wurde der Friedhof 1949 durch die Stadt restauriert. Die erhaltenen Grabmäler wurden an einer Mauer aufgestellt. 29 Grabsteine reihen sich aneinander. Davon sind 8 Steine nicht zu entziffern weil sie verwittert oder zerfallen sind. Einige Steine sind nicht vollständig lesbar, weil Teile der Inschrift verwittert sind. Auch wächst das Efeu über Steine und Inschriften und macht eine Entzifferung schwierig. Der jüngste Stein (Höhn) stammt aus dem Jahre 1971. In der Nähe des Eingangs gibt es den Grabstein von Luise und Adelheide von der Recke-Volmerstein, zweier Töchter von Graf Adalbert, die im Alter von 3 und 11 Jahren 1840 und 1845 verstarben.

Link zu den Bildern der Grabsteine:

https://wiki.genealogy.net/D%C3%BCsseltal/Friedhof


12.Oktober 

Genealogischer Nachlass, Hilfen für die Familiengeschichstforschung            von Heiko Hungerige, Roland zu Dortmund

Generatio præterit et generatio advenit (Eine Generation kommt, und eine Generation geht) Prediger Salomo (Kohelet 1,4)

Das Leben ist endlich. Niemand weiß das besser als wir Familienforscher/-innen, die sich seit Jahren, oft seit Jahrzehnten damit beschäftigen, aus Kirchenbüchern, Personenstandsurkunden und anderen Dokumenten Daten zu Vorfahren und Seitenverwandten zusammenzutragen und in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen. Auch wenn sich in den vergangenen Jahren ein zunehmendes Interesse an genealogischen Themen in der Bevölkerung feststellen lässt, stößt die Genealogie in der akademischen Geschichtswissenschaft noch immer auf eher geringes Interesse; Stadt-und Landesarchive lehnen die Übernahme genealogischer Nachlässe in der Regel mit dem Hinweis auf Platzmangel ab, auch seien die oft über Jahrzehnte gesammelten Urkunden und Dokumente ja ohnehin schon als Original „irgendwo“ archiviert und deren Abschriften oder Kopien daher nicht weiter erhaltenswert. Vergessen wird dabei, dass zwar die Urkunden als Original tatsächlich schon irgendwo archiviert sind, nicht aber deren inhaltlicher Bezug zueinander. Gerade darin besteht ja eine der Hauptaufgaben der Genealogie: Die meist über viele Archive und Länder verstreut aufbewahrten Dokumente in einen geschichtlichen und familiären Zusammenhang zu bringen, sodass sich die „Mikrosoziologie“ einer Familie über viele Generationen zurückverfolgen lässt. Da auch die eigenen Angehörigen oft kein ausgeprägtes Interesse daran haben, sich ein Dutzend prall gefüllte Aktenordner ins eigene Regal zu stellen, bleibt nur, sich rechtzeitig selbst um den genealogischen Nachlass zu kümmern.

Ratschläge und Hinweise von Heiko Hungrige dazu unter folgendem Link:

RzD 324


28.September

Soldaten und Soldatenschicksale – Möglichkeiten in der Familienforschung

In einem Aufsatz in der Vereinszeitschrift „Düsseldorfer Familienkunde“ 2005, Heft 4, werden Informationen und Quellen vom 18. Jahrhundert bis zum Ende des 2. Weltkrieges zu Soldatenschicksalen aufgelistet.
Die Informationen sind wie folgt gegliedert:
Gliederung der Streitkräfte – Bibliographien zur Geschichte einzelner Truppenteile – Militärkirchenbücher – Grundlegende Kriegsliteratur – Archive – Periodika.
Das Heft kann bezogen werden bei Monika Degenhard, Krummenweger Str. 26, 40885 Ratingen, Tel. 02102/3 51 96, E-Mail: monika.degenhard@t-online.de


25.September

Huldigungsliste von Millrath, Amt Mettmann, von 1730

Karl Philipp, Kurfürst von der Pfalz, von 1716 bis 1742 als Herzog von Berg Nachfolger seines Bruders Johann Wilhelm II. (Jan Wellem), hatte für den Fall seines kinderlosen Ablebens seinen Bruder Franz Ludwig, Erzbischof und Kurfürst von Mainz, als seinen Nachfolger auserkoren und deshalb mit Erlass vom 21.7.1730 eine Eventual-Erbhuldigung angeordnet. Eine Beamtenkommission zog durch die Städte und Dörfer des Landes und die männlichen Haushaltvorstände mussten vor den Kurfürstlichen Gesandten den Treue-Eid leisten. Darüber wur-den Namenslisten erstellt, die sogenannten Huldigungslisten.
Die Listen sind keine exakte Bevölkerungsaufnahme, weil nur die männlichen Haushaltungsvorstände den TreueEid leisteten und schriftlich erfasst wurden. Der Forscher erhält aber einen Überblick über Bewohner der Dörfer und Siedlungen.
In einem Aufsatz in der Vereinszeitschrift „Düsseldorfer Familienkunde“, 1999, Heft 2, wird die Huldigungsliste von Erkrath-Millrath abgedruckt. Das Heft können bezogen werden bei Monika Degenhard, Krummenweger Str. 26, 40885 Ratingen, Tel. 02102/3 51 96, E-Mail: monika.degenhard@t-online.de

Millrath (Auszug)
Bongardt, im Scheiffenhauß Peter
Krum, in Eickertshauß Jürgen
Falckenberg, ahm Endt Joes
Kaldenberg, in der Koxheidt Peter
Brückenhauß, in Peter
vom Endt, aufm Düßelberg Adolff

Millrath auf der Preußischen Kartenaufnahme 4707 von 1843


22.September

Garnison und Festung Düsseldorf:                                                                  Das Westfälische Husaren-Regiment Nr. 8


Düsseldorf war fast 200 Jahre (1614-1806) Residenz pfälzischer Fürsten und beherbergte viele Truppen in seinen Mauern. Zu den ehemaligen Düsseldorfer Regimentern gehört auch das Westfälische Husaren-Regiment Nr. 8, dessen Geschichte 1815 mit der Schlacht bei Belle-Alliance beginnt.
In einem Aufsatz in der Vereinszeitschrift „Düsseldorfer Familienkunde“ 1993/Heft 2, wird die Geschichte dieses Regiments geschildert. Das Heft kann bezogen werden bei Monika De-genhard, Krummenweger Str. 26, 40885 Ratingen, Tel. 02102/3 51 96, E-Mail: monika.degenhard@t-online.de

Preußische Truppen nach ihrem Einmarsch in Paris 1815 (Kolorierter Stich)


19.September

Gasthöfe im alten Düsseldorf
- Der Gasthof „Zum Neuen Ritter“, Rheinstr. 3 -

In einem Aufsatz in der Vereinszeitschrift „Düsseldorfer Familienkunde“ 2012/Heft 2, wird der Gasthof „Zum Neuen Ritter“, Rheinstraße 3, anhand von Steuerlisten, Obligationen und An- und Verkäufen genealogisch und topographisch untersucht.
Das Heft kann bezogen werden bei Monika Degenhard, Krummenweger Str. 26, 40885 Ra-tingen, Tel. 02102/3 51 96, E-Mail: monika.degenhard@t-online.de


Blick in die Rheinstraße. Foto von ca. 1900


1.September

KI hilft FamilySearch Milliarden von digitalisierten Forschungsquellen durchsuchbar zu machen!                                                                                       Torsten Kux stellt Einsatz von KI bei FamilySearch vor.

FamilySearch ist das weltgrößte, nichtkommerzielle und kostenfrei nutzbare familiengeschichtliche Archiv und betreibt die gleichnamige Internetplattform, um Ahnenforscherinnen und Ahnenforschern digitalisierte genealogische Forschungsquellen über das Internet einfach und schnell zugänglich zu machen, damit sie ihren Familienstammbaum erstellen oder vervollständigen können. Täglich erhält FamilySearch eine Million (!) neuer Digitalisate und möchte diese innerhalb von 24 Stunden für alle Interessierten zur Verfügung stellen. Eine Aufgabe, die nur durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz geleistet werden kann.

Link zum Beitrag des Ahnenforscherstammtisch Unna


18.August

Schülerliste des Düsseldorfer Lyzeums von 1813
In Heft 4/1997 der Vereinszeitschrift ist ein Schülerverzeichnis des Düsseldorfer Lyzeums 😊 Gymnasium) von 1813 abgedruckt. Das Lyzeum wurde 1805 gegründet und war in den Räu-men des aufgelösten Franziskanerklosters an der Citadellstraße untergebracht. Zu den Schü-lern zählte auch Heinrich Heine (hier noch „Harry Heine“ genannt.
Das Heft kann bezogen werden bei Monika Degenhard, Krummenweger Str. 26, 40885 Ra-tingen, Tel. 02102/3 51 96, E-Mail: monika.degenhard@t-online.de.
Auszug aus der Liste:
Philosophische Klasse
Baaasel, Joh. aus Angermund
Beesen Swib. aus Kaiserswerth
Brewer Wilhelm aus Düsseldorf
Ditges, Herrm. Joseph, idem
Heine, Harr. id.
 
Schule im 17. Jahrhundert. Kupferstich v. Abraham de Bosse (17. Jh.)

7.Juni

Totenzettelsammlung Rhein-Erft                                                                            Josef Wißkirchen (Hrsg.)

Zu der vorliegenden digitalen Totenzettelsammlung haben viele Einzelpersonen beigetragen, indem sie ihre Originale für die bildliche und inhaltliche Erfassung kurzfristig zur Verfügung gestellt haben. Die Namen sind jeweils bei den betreffenden Totenzetteln vermerkt. Bei der Erfassung der einzelnen Totenzettel arbeitet Ulrich Jaskulski, Mitglied des Frechener Geschichtsvereins, mit. 2010 ist noch Karl Hens aus Frechen hinzugekommen.

Weiterer Ausbau

Im Januar 2005 wurde mit der Digitalisierung begonnen. Ziel ist, die "Pulheimer Totenzettelsammlung" zu einer großen rheinischen Sammlung auszubauen, die Genealogen, Historikern, Kunsthistorikern, Volkskundlern, Soziologen und Theologen wertvolle Informationen und thematische Anregungen liefern kann.

Mitarbeit der Öffentlichkeit

Die Öffentlichkeit ist aufgerufen, den Ausbau der Sammlung zu unterstützen und Totenzettel im eigenen Besitz für kurze Zeit zur Bearbeitung zur Verfügung zu stellen.

Sammelgebiet

Schwerpunkt der Sammlung sind der Pulheimer Raum und das angrenzende Umland: Köln, Hürth, Frechen, Bergheim, Rommerskirchen, Dormagen. Die verwandtschaftlichen Bezüge der in diesem Raum lebenden Familien strahlen jedoch aus in den gesamten rheinischen Raum und darüber hinaus. Die weit gestreute Provenienz der Einzelstücke ist Ausdruck der hohen Mobilität der im Kerngebiet dieser Sammlung lebenden Bevölkerung.

Fehlermeldung

Melden Sie bitte alle Mängel und Fehler, die Ihnen bei der Nutzung der Sammlung auffallen, damit wir sie umgehend beheben können.

Copyright

Jede über die private Nutzung hinausgehende Verwendung der Inhalte dieser Sammlung bedarf der ausdrücklichern Genehmigung.

Hier gehts zur Sammlung


26.Juni

5 Millionen Ungarische Personenstandsregister online                                      Eine weitere Quelle für die Familienforschung

Wie die La Revue française de Généalogie gestern berichtete, hat das Ungarische Nationalarchiv 5 Millionen Personenstandsregister online gestellt. Der Viewer des Ungarischen Nationalarchivs ist den Viewern, die wir in Deutschland kennen, recht ähnlich. Die Register sind sehr gut lesbar, aber natürlich in ungarischer Sprache verfasst.

von Heiko Hungerige, Roland zu Dortmund

Die französische Genealogie-Zeitschrift schreibt dazu: „Diese Sammlung ist die umfangreichste in Ungarn und umfasst Geburts-, Heirats- und Sterberegister seit 1894, als das Standesamt in Ungarn eingeführt wurde. Sie umfasst über 200 städtische und ländliche Orte aller Größenordnungen im Komitat Pest-Pilis-Solt-Kiskun, das dem großen Ballungsraum Budapest entspricht. [Anmerkung: In Ungarn und Österreich gab es Komitate, die als territoriale Einheiten dienten und deren Archive Informationen über die Geschichte, Verwaltung und Bevölkerung dieser Gebiete enthalten.] Insgesamt sind nun 5.382.119 Seiten auf dem Portal der Nationalarchive frei zugänglich. Und das ist noch nicht alles: In Zusammenarbeit mit FamilySearch wird derzeit das Archiv des Komitats Borsod-Abaúj-Zemplén digitalisiert. Auf diesem Mormonenportal finden Sie übrigens zahlreiche digitalisierte ungarische Kirchenbücher, darunter auch Kirchenbücher aus der Zeit vor 1894.“ (Übersetzt aus dem Französischen)

Pest, Gyömrő, Heiratsregister, 1909-1925. Die Register sind handgeschrieben und in Ungarisch verfasst. Bis 1906 wurde das Personenstandsregister in Form von Protokollen geführt, mit einer Urkunde pro Registerseite, danach in Form von Tabellen, wobei jede Seite drei bis vier Urkunden enthielt.

Zur Einführung der Personenstandsregister in Ungarn heißt es auf der Seite des Nationalarchivs: „Artikel XXXIII des Gesetzes XXX von 1894 sah die Einführung der staatlichen Registrierung von Geburten, Eheschließungen und Sterbefällen in Ungarn ab dem 1. Oktober 1895 vor. Nach diesem Gesetz waren die Standesbeamten der Bezirke auch verpflichtet, ein Duplikat der Register anzufertigen, das in den Archiven des für das Gebiet zuständigen Komitatsarchivs zu hinterlegen war. Auf diese Weise entstand in den Komitatsarchiven die Sammlung von Abschriften der Personenstandsregister, die in unserer Einrichtung die Bezeichnung HU-MNL-PML-XXXIII.1.a trägt. Die Verpflichtung zur Anfertigung von Abschriften wurde am 1. Januar 1981 durch das Gesetzesdekret Nr. 5 von 1981 aufgehoben, so dass das Datum der Schließung der Sammlung der 31. Dezember 1980 ist. (…) Artikel 93/A des Gesetzes I von 2010 regelt die Suche in den Registern, wonach Sterberegister nach 30 Jahren, Geburtsregister nach 110 Jahren und Heiratsregister nach 86 Jahren durchsuchbar werden. Der Gesetzgeber hat beschlossen, dass das Jahr der Erstellung eines jeden Bandes das Datum der Schließung des Dokuments sein soll. Die im Besitz der Mitgliedstaaten befindlichen Sterberegister sind frei abrufbar, während die Heirats- und Geburtenregister gemäß den gesetzlichen Bestimmungen nach und nach für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.“ (Übersetzt aus dem Ungarischen)

Die ungarische Reichshälfte und ihre Einteilung in Komitate nach 1883 (Quelle: Von Hogweard - Abaúj-Torna vármegye in Hungary.svg, Gemeinfrei)

Es wird geschätzt, dass etwa 70 % der digitalisierten Zivilstandsregister über das Portal des ungarischen Nationalarchivs öffentlich zugänglich sind.

Vgl. dazu auch den CompGen-Blog vom 24. April 2025 von Günter Junkers:

Ungarische Standesamtsregister 1895–1980 des Komitats Pest-Pilis-Solt-Kiskun online

Hier noch ein paar ungarische Begriffe zur Orientierung auf der Homepage des Staatsarchivs:

  • Magyar Nemzeti Levéltár (Ungarisches Nationalarchiv)
  • születési anyakönyv (Geburtsregister)
  • házassági anyakönyv (Heiratsregister)
  • halotti anyakönyv (Sterberegister)
  • Keres (Suche)
  • Egyszerű keresés (Einfache Suche)
  • Összetett keresés (Erweiterte Suche)
  • Elérhetőségek (Kontakt)

Weiterführende Links:


25. Juni

Verleihung des Rheinlandtalers an Horst-Ulrich Osmann

Karin Schmitt-Promny M.A., stellvertr. Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland überreicht Horst-Ulrich Osmann den Rheinlandtaler
(Foto: Helmut Osmann)

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) macht unter dem Slogan „LVR. Rheinland. Ausgezeichnet.“ herausragende Verdienste im Hinblick auf gesellschaftliches und kulturelles Engagement sowie  besondere kulturwissenschaftliche oder künstlerische Leistungen sichtbar, indem er verschiedene Auszeichnungen und Preise verleiht.

Mit dem Rheinlandtaler würdigt der Landschaftsverband Rheinland Menschen, die sich in herausragender Weise um Kultur, Heimat und Identität im Rheinland verdient gemacht haben.

 

Unserem Vereinsmitglied Horst Ulrich Osman wurde am 25. Juni 2025 im Erkrather Rathaus der Rheinlandtaler  verliehen.

Nach den Begrüßungsworten des Erkrather Bürgermeisters Christoph Schultz sprach die stellverstretende  Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, Karin Schmitt-Promny M.A., die Laudatio auf den neuen Träger des Rheinlandtalers, gefolgt von einem Grußwort der stellv. Landrätin des Kreises Mettmann, Annette Mick-Teubler.

Frau Schmitt-Promny betonte in Ihrer Rede, dass Horst Osmann seit vielen Jahren zeigt, was es heißt, Verantwortung für die Kultur und das kulturelle Erbe unserer Region zu übernehmen – durch Bewahren, Weiterdenken und Gestalten.  Angefangen mit dem  privaten Interesse an der eigenen Familiengeschichte entwickelte sich dieses Interesse zu einer jahrzehntelangen fruchtbaren Tätigkeit für die Lokalgeschichtsforschung in Erkrath und Umgebung. Die Familienforschung war der Ausgangspunkt, sich intensiv mit der Archivarbeit, der Recherche und der Aufarbeitung von bislang verborgenem Wissen zu beschäftigen und diesem zur Sichtbarkeit zu verhelfen.

Wer schon einmal in Archiven gearbeitet hat, weiß, dass gerade die klassische Archivarbeit, also das Heraussuchen und Entziffern von Dokumenten, Amtsbüchern, Urkunden etc. noch vor wenigen Jahren reine Handarbeit war. Die fortlaufende Technisierung bzw. Digitalisierung in diesem Bereich erleichtert inzwischen zwar einige Abläufe, dennoch bleibt trotz allen Fortschritts die akribische, händische Arbeit in den Archiven und mit den Quellen die wichtigste Basis für die Erschließung und Veröffentlichung der Funde bzw. Dokumente. – Dass hierbei ein ordentliches Maß an Geduld, Hartnäckigkeit und Fleiß gefragt ist und zahlreiche Rückschläge in Kauf zu nehmen sind, dürfte allen klar sein.

Horst Ulrich Osmann hat die Ortsgeschichte und vielmehr die Familienforschung nie rein statistisch oder chronologisch aufgearbeitet, sondern den damit einhergehenden historisch-gesellschaftlichen Phänomenen gleichsam Beachtung geschenkt, wie ein Blick in die 89 Einträge der Nordrhein-Westfälischen Bibliographie, für die er als Autor und Co-Autor angegeben ist, zeigen. So werden der Extremwinter und die Flutkatastrophe von 1784 in Düsseldorf ebenso behandelt wie das Leben des Kavalleriemajors Henrich Arnold von Bossenhoven, und Beiträge zur Erkrather Schulgeschichte ebenso wie zur Christlichen Laienbruderschaft in Erkrath. Sehr erfreulich war die Resonanz aus der Wissenschaft, als er eine historische Karte von Rumold Mercator aus dem Jahr 1598 entdeckt und darüber in dem Beitrag „Erkrath und Haus Brück 1598 – Mercators Karte als Quelle zur Orts- und Familiengeschichte" publiziert hat.  

Durch seine Publikationen und Internetbeiträge hat er seine Erkenntnisse der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen weit über 40 Referate, Präsentationen und Führungen zur Stadt- und Ortsgeschichte, die meisten davon für den Bergischen Geschichtsverein, Abteilung Erkrath.

Seit 2018 ist Horst Osmann ehrenamtlicher Betreuer der Pfarrarchive St. Johannes der Täufer Erkrath und St. Maia Himmelfahrt Unterbach, wo er das historische Archiv des Erzbistums Köln bei der Bearbeitung und Beurteilung von 60 Regalmetern Akten unterstützen konnte. 

[Quelle: Auszüge aus der Rede von Frau Karin Schmitt-Promny M.A., stellv. Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, zur Verleihung des Rheinlandtalers an Horst-Ulrich Osmann am 25. Juni 2025 im Rathaus der Stadt Erkrath]

Wir gratulieren unserem langjährigen Mitglied, Administrator unserer Webseite und ehemaligem [2013-2023] Schriftführer ganz herzlich zu dieser wohlverdienten Auszeichnung!

B.L.


21.Juni

Dank moderner KI

So entschlüsseln Sie Familiengeheimnisse

von t-online, 18.06.2025

Alte Briefe in Sütterlinschrift: KI entschlüsselt vergessene Familiengeheimnisse. (Quelle: Andrea Haase via www.imago-images.de/imago)

Viele Menschen haben eine Schublade voller alter Briefe, Tagebücher oder Postkarten aus der Familie – aber verstehen kein Wort von dem, was da geschrieben steht. Mit einem Trick lassen sich selbst jahrhundertealte Handschriften entziffern.

Vererbte Briefe, vergilbte Postkarten, ein Tagebuch der Großmutter oder ein Soldatenbrief aus dem Krieg: Die Inhalte könnten spannend, berührend oder sogar historisch wertvoll sein – wenn man sie denn lesen könnte. Doch was tun, wenn der Text in einer schwer entzifferbaren Handschrift wie Sütterlin oder Kurrent geschrieben ist?

Dank Künstlicher Intelligenz und digitaler Hilfsmittel müssen alte Familiengeheimnisse nicht länger unentschlüsselt bleiben. Hier erfahren Sie, wie Sie historische Dokumente Schritt für Schritt lesbar machen – und was dabei zu beachten ist.

Was ist Sütterlin – und warum ist es so schwer zu lesen?

Sütterlin ist eine sogenannte "deutsche Schreibschrift", die zwischen etwa 1915 und 1941 an Schulen gelehrt wurde. Sie zeichnet sich durch ihre runden, oft spitz auslaufenden Buchstaben aus. Noch älter – und schwerer zu entziffern – ist die Kurrentschrift, die in ähnlicher Form bereits im 18. und 19. Jahrhundert verwendet wurde. Beide Schriften wirken für heutige Augen ungewohnt – und ähneln eher geheimen Codes als alltäglicher Handschrift.

Mit moderner KI wie ChatGPT lassen sich alte Schriften heute erstaunlich gut entziffern – vor allem, wenn das Dokument gut lesbar eingescannt oder fotografiert wurde. Der Ablauf ist einfach:

  • Fotografieren oder Scannen: Achten Sie auf gute Auflösung, wenig Schatten und klare Kontraste.
  • Datei hochladen: In einem Chat mit ChatGPT können Sie das Bild direkt einfügen.
  • Text analysieren lassen: Die KI erkennt Buchstaben und Wörter – und liefert eine lesbare Abschrift.
  • Kontext verstehen: Veraltete Begriffe werden oft automatisch erklärt oder in heutige Sprache übersetzt.

So können aus unleserlichen Briefen plötzlich bewegende Zeitdokumente werden – etwa ein Abschiedsschreiben aus dem Krieg, ein Liebesbrief oder ein Eintrag über das Leben während der Inflation.

Damit die KI den Text zuverlässig erkennt, müssen Sie aber auf ein paar Einzelheiten achten: Die betreffenden Seiten oder Briefe sollten nicht zu stark verblichen oder beschädigt sein. Der Scan oder das Foto sollte möglichst gleichmäßig beleuchtet sein. Fotografieren Sie ganze Seiten ab, keine Ausschnitte. Laden Sie bei langen Briefen Seite für Seite hoch.

Tipp für Fortgeschrittene: Transkribus

Wer regelmäßig alte Handschriften transkribieren möchte, kann auch das kostenlose Tool Transkribus nutzen. Es wurde an der Universität Innsbruck entwickelt und erkennt historische Schriften wie Kurrent und Sütterlin besonders zuverlässig – vor allem, wenn Sie mehrere Seiten desselben Autors haben. Die Plattform wird vor allem in Archiven und der Familienforschung verwendet. Für Einsteiger ist etwas Einarbeitung nötig, dafür bietet sie sehr präzise Ergebnisse.

Zudem kann die KI manchmal Buchstaben verwechseln – ein "e" wird zum "n", ein "s" zum "f". Die Entzifferung ist daher nicht immer perfekt – aber ein hervorragender Einstieg. Wenn die KI-Technik nicht reichen sollte, gibt es noch weitere Wege. Auf Plattformen wie Facebook, Reddit oder Ahnenforschungsseiten helfen engagierte Nutzer beim Entziffern. In Archiven und Museen bieten Experten oft Unterstützung bei alten Handschriften an. Und wer sich wiederholt mit historischen Dokumenten beschäftigt, lernt mit wenig Aufwand und Zeit selbst die Grundlagen der Entzifferung.

Ob Familiengeschichte, Ahnenforschung oder einfach Neugier: Mit KI-Tools wie ChatGPT und spezialisierten Diensten wie Transkribus lassen sich viele alte Handschriften heute mühelos entziffern. Probieren Sie es aus – vielleicht wartet in Ihrer Schublade ein lang gehütetes Familiengeheimnis nur darauf, gelüftet zu werden.


7.Juni

Personenkundliche Quellen im Stadtarchiv Düsseldorf
In der Vereinszeitschrift „Düsseldorfer Familienkunde“ sind in Heft 2/2011 personenkundliche Quellen aus dem Stdtarchiv für Düsseldorf abgedruckt wie Adreßbücher, Bombentotenkartei, Bürgerbücher, Kirchenbücher, Steuerregister, Volkszählungsverzeichnisse etc.
Das Heft kann bezogen werden bei Monika Degenhard, Krummenweger Str. 26, 40885 Ra-tingen, Tel. 02102/3 51 96, E-Mail: monika.degenhard@t-online.de
Düsseldorf 1647 (Merian: Topographia Germaniae)

5.Juni

Wichtige Mitgliederinformation!

Liebe Vereinsmitglieder,

unser jüngster Aufruf zur Mitarbeit im Vorstand bzw. zur Übernahme von Vorstandsämtern hat leider nur wenig Resonanz erfahren. Deshalb haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wie es zukünftig mit der Vereinsführung weitergehen kann.                                                                                                                    Eine mögliche Lösung ist die Einführung eines sogenannten Teamvorstandes. Dabei wird auf die klassische Bezeichnung wie "1.Vorsitzende/r" verzichtet. Stattdessen soll der Vorstand aus mindestens zwei und höchstens fünf Personen bestehen, wobei jeweils zwei gemeinsam vertretungsberechtigt sind. Die genaue Anzahl der Vorstandsmitglieder wird von der Mitgliederversammlung durch Wahl festgelegt.                                                                                                          Hierfür ist eine Änderung der Satzung notwendig, die von der Mitgliederver-sammlung beschlossen werden muss. Deshalb planen wir für Oktober 2025 eine außerordentliche Mitgliederversammlung, in der über den Vorschalg abgestimmt werden soll. Ein Notar wird uns bis dahin eine rechtssichere Formulierung ausarbeiten. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.                          Wir bitten Sie schon heute: Nehmen Sie an dieser wichtigen Versammlung teil. Sie ist entscheidend für die zukünftige Gestaltung und Handlungsfähigkeit unseres Vereins.

Mit herzlichen Grüßen                                                                                     Monika Degenhard (Vorsitzende)


2.Juni

Im Landesarchiv Duisburg gibt es zur Auswanderung auch digitalisierte Verzeichnisse, die Auswanderer alphabetisch auflisten aus den Regierungsbezirken Düsseldorf, Köln und Aachen.
Findbuch 200.01.01

https://www.archive.nrw.de/landesarchiv-nrw/landesarchiv-nrw-abteilung-rheinland-duisburg/weiterfuehrende-informationen?fbclid=IwY2xjawKqp1RleHRuA2FlbQIxMQBicmlkETFRZjBCTzAxUmRaW Uttd3VXAR6y7zcgFKHH8QssJf4y8Jg1FiuQ8P7juTlj80jquVMGxUVkLjZg 46rljKhK6g_aem_z6GtjHlXReOds8ETkpcAVQ


1.Juni

Rheinische Auswandererforschung
Auswandererlisten und Literatur zu diesem Thema erscheinen meist in den Heimatkalendern und Schriften der Heimatvereine.
Die Akten derjenigen Auswanderer, die mit Erlaubnis der Behörden weggegangen sind, wer-den in den jeweiligen Staatsarchiven aufbewahrt. Vermutlich ist aber der größte Teil der Auswanderer weggegangen, ohne sich abzumelden, da der legalen Auswanderung in den meisten deutschen Staaten im 19. Jahrhundert teilweise erhebliche Schwierigkeiten in den Weg gelegt wurden, vor allem dadurch, daß eine Rückkehr in die alte Heimat unmöglich oder sehr erschwert war.
In der Vereinszeitschrift „Düsseldorfer Familienkunde“ 2002/Heft 3 sind die Quellen abge-druckt, mit deren Hilfe man versuchen kann, diese Auswanderer zu finden. eine Kopie des Aufsatzes kann bezogen werden bei Monika Degenhard, Krummenweger Str. 26, 40885 Ra-tingen, Tel. 02102/3 51 96, E-Mail: monika.degenhard@t-online.de
 
Auswanderer im Zwischendeck. Holzstich aus: Illustrierte Zeitung. Leipzig 1849

27.Mai

Nachlaß Penningroth im Archiv der evangelischen Kirche im Rheinland
Im Nachlaß des verstorbenen Oberlehrers Penningroth im Archiv der evangelischen Kirche im Rheinland, Düsseldorf, Hans-Böckler-Str. 7, befindet sich umfangreiches genealogisches Material über zahlreiche evangelische Familien des südlichen Rheinlands. Es handelt sich dabei meist um Stammtafeln, die zum Teil bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen.
In der Vereinszeitschrift „Düsseldorfer Familienkunde“ 1991/Heft 1 ist das Namenverzeichnis des Nachlasses abgedruckt. Das Heft kann bezogen werden bei Monika Degenhard, Krummenweger Str. 26, 40885 Ratingen, Tel. 02102/3 51 96, E-Mail: monika.degenhard@t-online.de.
 
Auszug aus der Liste:
Allmacher 1550-1800
Andres 1500-1800 luth.
Ariularius 1550-1700 luth.

Zum Gedenken an Reinhold Mohr

Foto: Tuppenhof

Seit 2001 pflegt der Düsseldorfer Verein für Familienkunde enge Beziehungen zum Tuppenhof, dem Museum für bäuerliche Geschichte und Kultur in Kaarst-Vorst. Zweimal im Jahr wird im historisch-idyllischen Bauernhof ein genealogischer Arbeitsabend angeboten und veranstaltet. Mit diesem Museum war Reinhold Mohr, der einen Monat nach seinem 75.Geburtstag am 6.Mai 2025 verstarb, aufs engste verbunden. Reinhold Mohr, 2.Vorsitzender des Kreisheimatbundes Neuss, war auch Mitglied der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Bezirksgruppe Düsseldorf, und engagierter Familienforscher. Im Tuppenhof betreute er das Archiv und die wissenschaftliche Bibliothek mit Beständen zur Geschichte der Landwirtschaft, zur deutschen und zur rheinischen Geschichte, zur Regional- und Lokalgeschichte, zur Volkskunde, zur Genealogie und Archäologie im rheinischen Raum. Durch die fast 25-jährige Beziehung des Düsseldorfer Vereins zum Tuppenhof war Reinhold Mohr im Kreis der Düsseldorfer Familienforscher bestens bekannt. Die fruchtbare und wertvolle Zusammenarbeit mit Reinhold Mohr wurde vielfach sehr geschätzt. Vorstand und Mitglieder des DVfF werden ihm ein ehrendes Gedächtnis bewahren.


27.April

Stiftung Warentest hat DNA-Tests geprüft,

Über den Nutzen und die Sicherheit von DNA-Tests für die Familien- und Ahnenforschung informiert das Mai-Heft 2025 von Stiftung Warentest Finanzen. Getestet wurden fünf Anbieter, die Ergebnisse sind in einer Tabelle zusammengefasst und Bewertungen dazu abgegeben. Link zum Beitrag:

https://www.compgen.de/2025/04/stiftung-warentest-hat-dna-tests-geprueft/?fbclid=IwY2xjawJ7NcVleHRuA2FlbQIxMQBicmlkETFNZnhocWU2SnQ2M3NCN1RYAR4Km7FG1XCJryt3r8olyQYWaulbpH1wO1dkm0DjNVj3r7xIQElfP3BvN-vEEA_aem_sqHXxuqDxBJtB6_g64I8wA


26.April

Roland zu Dortmund, Genealogisch-Heraldische Arbeitsgemeinschaft e.v.

von Heiko Hungerige

Neue Forschungshilfe zum Standesamtswesen 1874 – 1945

Verborgene Geschichten: Das Standesamt als Fenster zur Vergangenheit

Wann und warum wurden Randvermerke und Hinweise auf Standesamtsakten eingeführt? Was ist der Unterschied zwischen beiden? Und was bedeuten die Formular-Beschriftungen A, B.b, C, D.1, F.1, G.2, H, J oder K? Antworten auf diese und andere Fragen gibt (auf Deutsch und in Englisch) unser Roland-Mitglied Inga Guttzeit in Heft 20 unser „Hilfen zur Familiengeschichtsforschung“, das ab sofort kostenlos auf unserer Homepage als pdf-Dokument heruntergeladen werden kann.

Standesamtliche Akten (Geburts-, Heirats- und Sterberegister) sind für die Familienforschung von unschätzbarem Wert. Sie stellen eine verlässliche und detaillierte Quelle für grundlegende Informationen über unsere Vorfahren dar.

Im Gegensatz zu älteren Kirchenbucheinträgen, die oft handschriftlich, in Latein verfasst und manchmal unvollständig waren, bieten Standesamtsregister seit ihrer Einführung in Preußen (ab 01.10.1874) und im gesamten Deutschen Reich (ab 01.01.1876) standardisierte und weitgehend präzise Angaben zu Geburten, Heiraten und Sterbefällen.

Konkret enthalten diese Registereinträge, je nach Zeitraum und Gesetzänderung, wichtige Details wie:

  • Geburtseinträge: Vollständiger Name des Kindes, Geburtsdatum und -ort, Namen, Berufe und Wohnorte der Eltern, oft auch deren Alter und Konfession.
  • Heiratseinträge: Namen, Geburtsdaten und -orte der Eheleute, Namen, Berufe und Wohnorte der Eltern, Datum und Ort der Eheschließung sowie oft Angaben zu Trauzeugen und deren Verwandtschaftsverhältnis.
  • Sterbeeinträge: Vollständiger Name des Verstorbenen, Sterbedatum und -ort, Geburtsdatum und -ort, Familienstand, Name des Ehepartners (falls vorhanden) und oft auch die Todesursache und das Alter.

Diese Informationen ermöglichen es Familienforscher/-innen, Generationen zu verbinden, Verwandtschaftsverhältnisse zu klären, Lebensdaten zu rekonstruieren und soziale Hintergründe zu beleuchten. Die in den Registern enthaltenen Details können Hinweise auf weitere Forschungswege geben, beispielsweise in Adressbüchern, Meldekarteien oder anderen Archivalien. Obwohl für jüngere Register Datenschutzbestimmungen gelten, sind ältere Standesamtsunterlagen in Archiven oft frei zugänglich und bieten somit einen fundamentalen Baustein für die Familienforschung. Sie sind somit unverzichtbare Primärquellen für jeden, der die Geschichte seiner Familie ergründen möchte.
Inga Guttzeits Forschung zum Standesamtswesen ist im Zusammenhang mit ihrer Forschung zur NS-„Euthanasie“ (vgl. dazu Heft 6 unserer Forschungshilfen vom April 2024, Linkliste, Bücher und Artikel zum Thema „Euthanasie“ im Nationalsozialismus) entstanden, da sich Fragestellungen ergeben haben, die nicht von heutigen Standesbeamten/-innen, Archivaren/-innen oder Historikern/-innen beantwortet werden konnten.

Neben einer Übersicht zur Einführung der Hinweise ab 1926 in den einzelnen Ländern der Weimarer Republik sowie einer Auflistung der verschiedenen Register- und Urkundenformulare für die Zeit von 1874 bis 1957 bietet die Forschungshilfe auch einen Lexikonteil (von A wie Formular A bis Z wie Zweitregister), eine rechtsgeschichtliche Chronologie sowie ausführliche Literaturangaben und weiterführende Links.

Die Forschungshilfe zum Standesamtswesen sowie alle weiteren Hefte dieser Reihe können hier heruntergeladen werden:

https://www.roland-dortmund.de/publikationen/forschungshilfen/


22.April

Indoeuropäische Sprache: Archäologen widerlegen langen Mythos

Hamburger Abendblatt, 10.04.2025, von Riko Wetendorf, Freier Mitarbeiter

Sprachentwicklung:  

Indoeuropäische Sprache: Archäologen widerlegen gängige Theorie

Forscher untersuchten nun, welche Migrationswellen vor Tausenden von Jahren zur Entwicklung der indoeuropäischen Sprache führten.

Hamburg. Schon seit geraumer Zeit beschäftigt die Forschung der Ursprung der bedeutsamen Sprachfamilie. Dieses Rätsel ist endgültig gelöst.

Ein Forschungsteam von der Harvard University konnte durch genetische Analysen neue Erkenntnisse zur Herkunft der indoeuropäischen Sprache gewinnen. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei die Jamanja-Kultur, deren Herkunft in diesem Zusammenhang von den Wissenschaftlern vollständig geklärt werden konnte.

Die indoeuropäische Sprachfamilie umfasst über 400 Sprachen und wird von nahezu der Hälfte der Weltbevölkerung gesprochen. Archäologische und genetische Befunde deuten darauf hin, dass die Reiternomaden der Jamnaja-Kultur eine frühe Form der indoeuropäischen Sprache nach Europa brachten.

Die Herkunft der indoeuropäischen Sprache ist Gegenstand wissenschaftlicher Debatten, wobei zwei Haupttheorien vertreten werden. Die Steppen-Hypothese lokalisiert ihren Ursprung vor etwa 6500 Jahren in Zentralasien, während die Ackerbau-Hypothese eine Entstehung vor rund 8000 Jahren bei den Bauern Anatoliens annimmt.

Um diese wissenschaftliche Kontroverse zu klären, analysierte ein Forschungsteam um Iosif Lazaridis von der Harvard University DNA-Proben von 435 Individuen, die zwischen 6400 und 2000 v. Chr. in der pontisch-kaspischen Steppe lebten. Ihre Ergebnisse publizierten sie Anfang Februar in der Fachzeitschrift „Nature“. Ergänzend zur genetischen Untersuchung wurden auch archäologische Faktoren berücksichtigt, darunter die Lage der Bestatteten, Grabbeigaben sowie die Gestaltung der Gräber.

Jamnaja-Kultur untersucht: Begründer der indoeuropäischen Sprache identifiziert

Die Analyseergebnisse der Wissenschaftler legen nahe, dass die Jamnaja-Kultur nicht, wie bisher angenommen, aus zwei, sondern aus drei unterschiedlichen Vorfahrenlinien hervorging. Während die Forschung bislang nur die Bevölkerungsgruppen an der Wolga und am Dnipro kannte, identifizierten die Wissenschaftler eine weitere Gruppe, die vor etwa 6400 bis 6000 Jahren in der Steppe zwischen dem Kaukasus und der unteren Wolga lebte.

Aus dieser Bevölkerungsgruppe gingen die Vorfahren der Jamnaja-Kultur hervor, die als Träger der frühen indoeuropäischen Sprache gelten. Zudem weisen die Ergebnisse darauf hin, dass sich Individuen dieser Kaukasus-Wolga-Linie auch in südliche Regionen bewegten. Dies erklärt den genetischen Steppenanteil bei Menschen aus dem kupfersteinzeitlichen Armenien. Die Forscherinnen und Forscher vermuten, dass über diese Migration genetische und sprachliche Einflüsse bis nach Anatolien gelangten.

Diese Hypothese wird durch eine unabhängige Studie eines Forschungsteams um Alexey Nikitin von der Grand Valley State University in Michigan unterstützt, das ebenfalls die Herkunft der Jamnaja-Kultur untersucht hat. Den Forschern zufolge erfolgte die Ausbreitung der Jamnaja und ihrer Vorfahren in drei zeitlich gestaffelten Migrationswellen innerhalb Eurasiens. Dabei unterlagen die ursprünglichen indoeuropäischen Spracheinflüsse einer Anpassung an die sprachlichen und kulturellen Prägungen der lokalen bäuerlichen Bevölkerung.

Forscher klären auf: Gemeinsame sprachliche Wurzeln führen zu neuen Begrifflichkeiten

Die Forscher konnten somit nicht nur den Ursprung der Jamnaja-Kultur umfassend rekonstruieren. Stattdessen wurde nachgewiesen, dass das Indoeuropäische und das Hethitisch-Anatolische nicht unabhängig voneinander entstanden, sondern auf gemeinsame sprachliche Wurzeln zurückzuführen sind. In diesem Zusammenhang führten sie den Begriff Indo-Anatolisch als neue terminologische Klassifikation ein.

Allerdings kam es vor etwa 6500 bis 6300 Jahren zu einer Aufspaltung der indo-anatolischen Sprache. Diese Trennung vollzog sich sowohl vor der Entstehung des Hethitischen als auch vor der Expansion der Jamnaja-Kultur. Nach Ansicht der Wissenschaftler erklärt diese frühe Abweichung, warum sich das Hethitisch-Anatolische sprachlich deutlich von den übrigen indoeuropäischen Sprachen unterscheidet.


19.April

Gentest „Spannend für die Ahnen­forschung – aber nicht ohne Risiko“

Stiftung Warentest, 16.04.2025, Text von Eugénie Zobel-Varga

Interview mit dem Genforscher Harald Ringbauer, der am Max-Planck-Institut Leipzig arbeitet, sein Schwer­punkt ist die Populations­genetik. © Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie 

Immer mehr Menschen unterziehen sich freiwil­lig Gentests. Welche Chancen und Risiken das birgt, besprachen wir mit dem Genforscher Harald Ringbauer. 

Was ist Populations­genetik und was hat sie mit Ahnen­forschung zu tun?

In der Populations­genetik geht es uns darum, wie unter anderem Menschen genetisch verwandt sind und wie sich Gene über Generationen verändern. Dazu nutzen wir mathematische Modelle und große Daten­mengen, die wir mit speziellen Computer­programmen auswerten. Für die Ahnen­forschung heißt das: Verwandt­schaft lässt sich allein über die DNA erkennen – und Genetik verrät auch, aus welchen Regionen die Vorfahren stammen.

Wie aussagekräftig sind kommerzielle DNA-Tests für die Ahnen­forschung?

Solche Tests helfen, entfernte Verwandte zu finden – voraus­gesetzt, diese haben denselben Test gemacht. Oft lässt sich die gemein­same Linie entdecken und Wissen austauschen. Das klappt meist bis zur Ebene der Cousins dritten Grades. Weiter entfernt wird es schwieriger, weil es kaum oder gar keine gemein­same DNA gibt.

Außerdem geben die Tests eine grobe Einschät­zung der geografischen Herkunft. Für die Ahnen­forschung ist das oft nicht genau genug, aber spannend, wenn es zu bekannten Familien­geschichten passt.

Warum stimmen DNA-Ergeb­nisse manchmal nicht mit Familien­geschichten über­ein?

Viele staunen, wenn ihr DNA-Ergebnis nicht zur Familien­geschichte passt. Das liegt oft daran, dass bei sehr entfernten Verwandten – ab etwa dem dritten Cousin – keine gemein­same DNA mehr mess­bar ist. Obwohl eine Verbindung im Stamm­baum besteht, zeigt der Test dann: nicht verwandt. Manchmal bringt ein Test aber auch echte Über­raschungen ans Licht – etwa einen unbe­kannten Vater.

Solche Fälle sind selten (unter zwei Prozent), kommen aber durch die Masse an Tests trotzdem regel­mäßig vor. Oft reicht schon ein entfernter Verwandter in der Daten­bank, um solche Geschichten ins Rollen zu bringen.

Wie werden DNA-Analysen in der Ahnen­forschung genutzt?

Früher konzentrierten sich solche Tests auf die sogenannten uniparentalen Haplo­gruppen: Das Y-Chromosom wird vom Vater an die Söhne weiterge­geben und die mitochondriale DNA von der Mutter an alle Kinder. Damit ließ sich die rein männ­liche oder weibliche Linie verfolgen – aber nur dieser eine Familien­zweig.

Heute analysieren die meisten Anbieter die auto­somale DNA. Sie stammt von beiden Eltern und umfasst alle Linien des Stamm­baums. So lassen sich Verwandte über verschiedene Äste finden – oft bis zu Cousins zweiten oder dritten Grades, wenn die auch den Test gemacht haben.

Wie genau zeigen DNA-Tests, woher man kommt?

DNA-Tests können ziemlich gut zeigen, aus welcher Welt­region jemand stammt – etwa Nord­europa oder West­afrika. Schwieriger wird es aber, wenn es um feinere Unterschiede inner­halb Europas geht. Je kleiner die Region, desto ähnlicher sind sich die Gene. Dann hängt viel davon ab, welche Vergleichs­daten der Anbieter nutzt und wie genau der Algorithmus arbeitet.

Deshalb kann es passieren, dass zwei Tests unterschiedliche Ergeb­nisse liefern – auch wenn die DNA dieselbe ist. Diese Unsicherheiten werden in den hübschen Herkunfts­karten oft nicht deutlich gemacht.

Kann man frühere Wanderungen oder historische Ereig­nisse noch in der DNA erkennen?

Ja, ein Stück weit schon. Unsere Gene tragen Spuren davon, wo unsere Vorfahren einst gelebt haben und wohin sie gewandert sind.

Genetische Forschung zeigt: Völker­vermischung war schon immer normal. Keine Gruppe ist genetisch „rein“ oder unver­ändert geblieben. Im Gegen­teil: Menschliche Geschichte ist eine Geschichte des ständigen Austauschs und der Bewegung. Und genau das spiegelt sich auch heute noch in unserem Erbgut wider.

Was darf man von so einem DNA-Test also erwarten?

Viele Menschen haben falsche Vorstel­lungen davon, was DNA-Tests leisten können. Die Werbung der Anbieter klingt oft beein­druckend, ist aber nicht immer realistisch. Tatsäch­lich lassen sich mit solchen Tests einige Dinge gut heraus­finden, zum Beispiel die grobe geografische Herkunft der Vorfahren oder ob jemand ein entfernter Verwandter ist.

Aber wenn es um komplizierte Themen geht, wie den Einfluss der Gene auf Persönlich­keit oder Krank­heits­risiken, wird es schnell ungenau. Diese Zusammenhänge sind sehr komplex und von vielen Faktoren abhängig, auch vom Zufall. Deshalb sollte man die Ergeb­nisse nicht überbewerten.

Sehen Sie ethische Probleme, wenn jemand im Wege der Ahnen­forschung DNA-Tests  macht?

Ja, auf jeden Fall. Ein DNA-Test betrifft nicht nur die eigene Person, sondern gibt auch Hinweise über nahe Verwandte – oft ohne deren Wissen oder Zustimmung. Das macht die Entscheidung für so einen Test ethisch schwierig. Deshalb ist es sinn­voll, solche Tests, wenn über­haupt, unter einem Pseudonym zu machen.

Wie steht es um den Daten­schutz bei DNA-Tests?

Kein System ist völlig sicher, vor allem, wenn Nutzer online auf ihre Daten zugreifen können. Es gab schon Fälle, bei denen Hacker Daten gestohlen haben, etwa beim Anbieter 23andMe. Ein weiteres Problem: Was passiert mit den DNA-Daten, wenn eine Firma pleite­geht oder verkauft wird? Wer hat dann Zugriff auf die Daten und was passiert in Zukunft damit?

Es gibt weitere Risiken: Straf­verfolgungs­behörden können über Gerichts­beschlüsse auf die Daten zugreifen. Gerade in den USA wurden so schon über Verwandte in DNA-Daten­banken Täter gefunden, vermutlich öfter, als bekannt wurde. Außerdem sind die gesammelten Daten für die Forschung interes­sant, besonders zusammen mit Angaben zur Gesundheit. Das eigentliche Geschäfts­modell der Anbieter sind oft genau diese Daten, die sie an Pharmafirmen weitergeben.


13.April

Ursprung im Mittelalter: Wie sind Nachnamen entstanden?

Von Lydia Wolter, NTV Online 12.04.2025,

"Hunderttausende von Familiennamen gehen auf Berufe zurück, auch die häufigsten Namen wie Müller und Schmidt gehören dazu", erklärt Professor Jürgen Udolph.

Nachnamen sind mehr als nur Zuordnungen: Sie sind Zeitzeugen der deutschen Geschichte. ntv.de hat mit einem Experten für Namensforschung gesprochen, der erklärt, wie unsere Nachnamen vor über 1000 Jahren entstanden sind und was sie bedeuten.

In Deutschland gibt es circa 850.000 verschiedene Nachnamen. Die Liste der häufigsten Familiennamen führen Müller, Schmidt und Schneider an. Unser Nachname begleitet uns von klein auf, oft ein Leben lang und ist zentraler Bestandteil unserer Identität. Doch wie sind sie eigentlich entstanden?

Einer, der sich mit dieser Frage schon seit über 50 Jahren beschäftigt, ist Jürgen Udolph, ehemaliger Professor an Deutschlands einzigem Lehrstuhl für Namensforschung in Leipzig. "Unsere Nachnamen sind vor etwa 1000 Jahren entstanden, weil die Bevölkerung immer weiter zugenommen hat", so Udolph. Vornamen allein hätten nicht mehr ausgereicht, um Menschen zu unterscheiden. "Es brauchte Zusätze, um Walter den Schmied, Walter den Bauern und Walter den Lahmen zu unterscheiden", so der Experte.

Websites zur Namenforschung

Die Herkunft unserer heutigen Nachnamen lässt sich dabei vier großen Gruppen zuordnen. Die erste Gruppe bilden alte Vornamen wie Walter, die sich - teils in veränderter Form - als Nachnamen durchgesetzt haben. Auch sein eigener Nachname geht auf einen alten Vornamen zurück, erklärt der Namensforscher: Udolph stamme von Odwolf ab, einem sehr alten germanischen Namen. Die zweite Gruppe der Nachnamen sind von Berufen abgeleitet. "Auch die häufigsten Namen wie Müller und Schmidt gehören dazu", erklärt Professor Udolph.

Nachnamen der dritten Gruppe beziehen sich auf die Herkunft einer Person: Herr Merseburg aus der Stadt Merseburg im südlichen Sachsen-Anhalt zum Beispiel oder Frau Westphal aus dem heutigen Westfalen. Zu der dritten Gruppe gehören aber auch Örtlichkeiten: Familie Brückner beispielsweise kommt von einer Brücke, Familie Eichler wohnte an einer Eiche, so Udolph.

"Die spannendste Gruppe"

Gruppe vier der Nachnamen ist für Udolph "die spannendste Gruppe": Sie bezieht sich auf Eigenschaften einer Person, die sogenannten Übernamen. Diese sagen etwas über eine Person aus. Hier leiten sich die Nachnamen zum Beispiel von körperlichen Merkmalen ab: Typische Beispiele sind Großkreu(t)z, Kraus(e) oder Klein.

Aber auch Gewohnheiten sind zu Nachnamen geworden: Frau Baldauf steht früh auf, Herr Bierfreund ist selbsterklärend. Tiere sind Ursprung für Nachnamen wie Hase oder Falke. Auch Nachnamen wie Pfefferkorn oder Kürbis - aus der Kategorie Pflanzen - sind in Deutschland als Familiennamen vertreten, so Udolph. Kleidung, im Fall von Familie Kittel, oder Rohstoffe, zum Beispiel bei Familie Demant - von Diamant - fungieren ebenfalls als Namensgeber. Die Gruppe lässt sich entsprechend fortführen.

Belege für die Entstehung der Nachnamen reichen bis in das 12. Jahrhundert zurück. Eine zentrale Rolle spielen alte Kirchenbücher, in denen die Rede von "Karl, genannt der Schmied" ist. "So wurde gekennzeichnet: Ich meine eben den Karl, der Schmied ist", so Udolph. Diese Zusätze wurden später zu Familiennamen.

Unsere Nachnamen sind also mehr als bloße Zuordnungen - sie sind "Zeugen der Geschichte", betont Professor Udolph. "Es gibt nichts Spannenderes als Namen", findet er. Schließlich steckt hinter jedem Nachnamen ein Stück deutscher Historie, die es wert ist, entdeckt zu werden.

Übrigens: Andere Länder sind bei der Nachnamensgebung weitaus kreativer als die Deutschen. In Finnland zum Beispiel ist es möglich, dass Paare bei der Hochzeit aus Teilen der jeweiligen Geburtsnamen einen neuen, gemeinsamen Nachnamen zusammenbasteln. Zu den weltweit häufigsten Nachnamen zählen "Li" und "Wang", die besonders in China verbreitet sind.


6.April

Reichskammergerichtsakten als familienkundliche Quellen
Das ehemalige Reichskammergericht in Speyer, ab 1691 in Wetzlar, neben dem Wiener Reichshofrat das höchste Gericht des alten Reiches, hat während der 3 Jahrhunderte seines Bestehens (1495-1806) rund 80 000 Prozeßsachen verhandelt. Den Gegenstand der Klage bildeten oft Geldforderungen, Besitzstreitigkeiten, Erbfolge durch Verwandtschaft oder Heirat, also Angelegenheiten, die weithin auch für den Familienforscher aufschlußreich sind.
In der Vereinszeitschrift „Düsseldorfer Familienkunde“ 1981/Heft 4 ist ein Aufsatz abgedruckt, der sich mit diesem Gericht befaßt und die einzelnen betreffenden familiengeschichtlichen Quellen und Archivbehelfe auflistet. Eine Kopie des Aufsatzes kann bezogen werden bei Monika Degenhard, Krummenweger Str. 26, 40885 Ratingen, Tel. 02102/3 51 96, E-Mail: monika.degenhard@t-online.de
 
Richter und Zeugen. Holzschnitt 16. Jh.

30.März
 
Die Sammlung Oidtman
Die Sammlung Oidtman wurde von der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde 1993 herausgegeben, bearbeitet hat sie Herbert Schleicher. Dieser schreibt dazu:
„Am 18.9.1937 starb in Wiesbaden ein Mann, dem die Rheinische Genealogie viel zu verdanken hat. Ernst von Oidtman, Generalleutnant a.D., Dr. h.c. der Philosophischen Fakultät der Universität Köln, Ehrenvorsitzender der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde und deren Mitbegründer, wurde am 9.10.1854 geboren.
Schon als junger Mann begann er Nachrichten über rheinische Familien, besonders Adelsfamilien, zu sammeln, auszuwerten und zu Genealogien zusammenzustellen, die er testamentarisch der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln vermachte.
Diese Sammlung besteht aus 1333 Mappen zu ebenso vielen Familien. Der Umfang der einzelnen Mappen ist recht unterschiedlich. Manche enthalten nur wenige kleine Zettelchen, andere mehrere hundert Blätter. Die Sammlung enthält Stammtafeln, Urkundenabschriften, genealogische Notizen, Karten, Pläne, Briefe, Fotos, Todesanzeigen, Zeitungsausschnitte, Wappenabbildungen etc. über die einzelnen Familien.“
Diese Forschungsergebnisse gehören nach wie vor zu den wichtigsten Quellen für die genealogisch und historisch Interessierten im Rheinland und weit hinaus über dessen Grenzen hinaus.
In der Vereinszeitschrift „Düsseldorfer Familienkunde“ 1993/Heft 2 ist ein Aufsatz abgedruckt, der sich mit dieser Sammlung befaßt und die behandelten Familien auflistet. Das Heft kann bezogen werden bei Monika Degenhard, Krummenweger Str. 26, 40885 Ratingen, Tel. 02102/3 51 96, E-Mail: monika.degenhard@t-online.de
Wappen Oidtman
(Siegel-Urkunde v. 1470, Landesarchiv NRW; Abt. Rheinl.)

2.März

1100 Jahre Himmelgeist
Aus Anlaß des 1100jährigen Bestehens von Himmelgeist befassen sich in Heft 1/2004 der Vereinszeitschrift „Düsseldorfer Familienkunde einige Beiträge mit diesem Düsseldorfer Vorort, der 1909 nach Düsseldorf eingemeindet wurde.
Die Historie des Ortes wird kurz behandelt, es folgen einige Streiflichter aus der Geschichte von Himmelgeist, Quellen zur Geschichte und Berichte über die Bewohner in den früheren Zeiten.
Das Heft kann bezogen werden bei Monika Degenhard, Krummenweger Str. 26, 40885 Ratingen, Tel. 02102/3 51 96, E-Mail: monika.degenhard@t-online.de
 
Karte von Himmelgeist 1786, gez. v. Joh. Peter Stader (LAV NRW Stift Gerresheim, Akten 44a)

23.Februar

Niederrheinische Mundart in Vor- und Familiennamen
Einst war die Umgangssprache hierzulande nicht etwa Schriftdeutsch, sondern man sprach den heimatlichen Dialekt. Auch die Taufnamen wurden dement-
sprechend abgeändert; und da sie vielfach so geschrieben wie gesprochen wurde, wurden diese Dialektformen der Rufnamen auch in die Urkunden, Kirchenbücher, Akten und dergl. eingetragen. Wen wundert’s daher, wenn man in diesen Schriftstücken oftmals Namen liest, die manchmal fremd anmuten und unverständlich sind, besonders dann, wenn man mit der niederrheinischen Mundart nicht vertraut ist.
Hier einige Beispiele von Mädchennamen:
Sophie = Feigen, Feichen, Feiken, Fiken
Christine = Sting; Stins, Steingen
Maria = Merken, Mieken
In einem Aufsatz in der Vereinszeitschrift „Düsseldorfer Familienkunde“ 1978/3 werden weitere Beispiele aufgelistet und es wird gezeigt, wie sich Familiennamen aus der Dialektform der Taufnamen entwickelt haben.
Eine Kopie des Aufsatzes kann bezogen werden bei Monika Degenhard, Krummenweger Str. 26, 40885 Ratingen, Tel. 02102/3 51 96, E-Mail: monika.degenhard@t-online.de
 
Die Taufe. Holzschnitt 15. Jh.

16.Februar

Hilfestellungen für die Aufarbeitung eines Nachlasses
Ziel dieser Anleitung
Nachlässe können nur benutzt und ausgewertet werden, wenn sie so aufbereitet sind, dass sich fachkundige, aber nicht eingewiesene Dritte gut darin zurecht-finden. Unerlässlich für die Erschließung eines Nachlasses ist deshalb die Erstellung
1. einer eindeutigen Sortierfolge (Nummerierung) der einzelnen Gebinde und Stücke einer Sammlung sowie das Aufbringen von eindeutigen Ordnungskenn-zeichen
2. eines leicht benutzbaren Findbuches, das auf die einzelnen Stücke verweist
3. eines Nachnamenweisers oder sogar eines Personenweisers (Nach- und Vornamen werden aufgenommen), die auf die einzelnen Stücke verweisen sowie
4. eines Ortsnamensweisers.
In Heft 1/2011 der Vereinszeitschrift „Düsseldorfer Familienkunde“ wird ausführlich erklärt, wie man einen Nachlass richtig aufarbeitet.
Das Heft kann bezogen werden bei Monika Degenhard, Krummenweger Str. 26, 40885 Ratingen, Tel. 02102/3 51 96, E-Mail: monika.degenhard@t-online.de
 
Siehe auch die Empfehlungen des "Roland zu Dortmund" dazu:
 
https://www.roland-dortmund.de/2025/02/22/neue-roland-forschungshilfe-mein-genealogischer-nachlass/
 

2.Februar

Schätze der Vergangenheit – digital verfügbar!
Die Universitätsbibliothek Düsseldorf besitzt einen beeindruckenden Bestand seltener und wertvoller Bücher (Rara), die früher nur im Sonderlesesaal eingesehen werden konnten. Doch jetzt sind viele dieser historischen Werke digital verfügbar!
Für alle, die sich für Ahnenforschung und Düsseldorfer Geschichte interessieren: Besonders spannend ist ein Buch von J. Liebesleben aus dem Jahr 1830 über "Düsseldorfs schönste Kirchhofmonumente". Der Autor bietet einen einzigartigen Blick in die Bestattungskultur der Vergangenheit! Nach dem Vorwort und der Einleitung beschreibt er ab Seite 5 die Grabmale mit Inschriften der katholischen Verstorbenen und ab Seite 60 die der Evangelischen Bestatteten auf dem alten Golzheimer Friedhof. Im Anhang ab Seite 97 findet man eine größere Zahl von Abbildungen.
 
Bild: Seite 155 des vorgenannten Buches

26.Januar

Niederrheinische Familiennamen
Daß die deutschen Familiennamen erst in der zweiten Hälfte des Mittelalters, und zwar in der volkreichen Stadt Köln, aufgekommen sind, dürfte manchem unbekannt sein. Bis dahin kannte man in bürgerlichen Kreisen nur Personennamen, Rufnamen, ohne erblichen Geschlechternamen.
Doch als in den wirtschaftlich aufstrebenden rheinischen großen Städten Kaufverträge sowie die Aufstellung von Bürgerlisten, die die genauere Kennzeichnung des Einzelnen als durch seinen Personennamen notwendig machten, da es wohl ein Dutzend mit gleichen, beliebten Namen wie Heinrich, Göddert, Jan oder Merten gab, fügte man zur besseren Unterscheidung zum Personennamen die Abkunftsbezeichnung des Betreffenden: Arnold Hermanns Sohn, Reinardus Petri filius oder die Angabe seines Berufes, etwa Lambert der Becker oder endlich die Nennung seines Wohnsitzes, seiner Herkunft hinzu, also Godefried von der Steinstraß, Goswin genannt Im Kaiser, Im Rosenkranz, Zum Engel (nach den Hauszeichen). Dadurch, dass diese Zusätze zum Rufnamen im mündlichen Gebrauch unter den Nachbarn vom Vater auf den Sohn und Enkel übergingen und mit der die selbstverständlichen Wörter „Sohn“, „filius“, „dictus“ (genannt), der Artikel, die Präposition fortfielen, erstarrte der Rest des Namenszusatzes, erblich geworden, zum Familiennamen.
Ein Aufsatz in der Vereinszeitschrift „Düsseldorfer Familienkunde“ 2024/4 beschäftigt sich ausführlich mit der Entwicklung der niederrheinischen Familiennamen. Das Heft kann bezogen werden bei Monika Degenhard, Krummenweger Str. 26, 40885 Ratingen, Tel. 02102/3 51 96, E-Mail: monika.degenhard@t-online.
 
H. Naumann Familiennamenbuch

19.Januar

Hilfestellungen bei Problemen in der Familienforschung
In Heft 1/2021 der Vereinszeitschrift „Düsseldorfer Familienkunde 2021 werden in einem Aufsatz Hilfestellungen bei Problemen in der Familienforschung aufgelistet. U.a. werden folgende Probleme behandelt: Vornamen erkennen, Suche nach der Trauung, Gesucht wird das 1. Kind, konfessionsverschiedene Ehen, Fehler in Standesamtsakten, Leitnamensitte, Hausmarken, Wappen, Hofesnamen, Verwandtschaftsangaben bei den Paten.
Das Heft kann bezogen werden bei Monika Degenhard, Krummenweger Str. 26, 40885 Ratingen, Tel. 02102/3 51 96, E-Mail: monika.degenhard@t-online.de
 
Die Taufe. Holzschnitt 15. Jh

12.Januar

Grabstein mit Ahnenliste
Gewöhnlich finden sich auf Grabsteinen nur die Namen sowie die Geburts- und Sterbejahre, häufiger auch mit Tagen und Monaten, seltener mit Ortsangaben. Auch Heiratsdaten, geschweige der Ort der Heirat bei Ehepaaren, findet so gut wie nie Erwähnung.
Eine rühmliche Ausnahme hinsichtlich weiterer familienkundlicher Angaben finden wir auf dem Düsseldorfer Südfriedhof an der östlichen Friedhofsmauer etwa 200 bis 300 Meter vom Haupteingang entfernt bei dem Grab des Schreinermeisters Wilhelm Sinzig aus Düsseldorf-Hamm, der vor fünfzig Jahren am 1.11.1971 verstorben ist.
Auf einem großen Steinblock teilt er uns „Die Ahnen der Familie Sinzig Düsseldorf-Hamm“ mit. Die Stammlinie führt neunzehn Generationen zurück bis zu Gerad Sinzecke auf der Burg Sinzenich im Kreis Euskirchen.
Über diesen Grabstein und die Ahnenliste wird in Heft 2022/3 der Vereinszeitschrift „Düsseldorfer Familienkunde“ berichtet. Das Heft kann bezogen werden bei Monika Degenhard, Krummenweger Str. 26, 40885 Ratingen, Tel. 02102/3 51 96, E-Mail: monika.degenhard@t-online.de
 

5.Januar

Digitales Historisches Archiv Köln

Nachdem wir im Dezember 24 in mehreren Beiträgen auf die neusten, umfangreichen Veröffentlichungen von digitalisierten Kirchenbüchern durch das Landesarchiv NRW und das Archiv des Erzbistums Köln hingewiesen haben, folgt hier nochmal ein Blick über den Tellerrand 😉, der sicherlich auch für viele Düsseldorfer Forscher interessant ist:
das Digitale Historische Archiv Köln hat Personenstandsregister von 1876 bis 1978 veröffentlich.
 

 

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